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Ein "Outing" und ein Herzensanliegen...

October 20, 2016

Ein herzliches Hallo an euch da draußen!

 

Nun starte ich also wirklich einen Blog.. wer hätte das gedacht?

 

Nachdem ich im Moment dabei bin, mein Herzensanliegen beruflich zu verwirklichen, halte ich es für eine schöne Idee, meine Beweggründe und Gedanken festzuhalten und mit euch zu teilen.

 

Hochsensibilität, Hypersensibilität, HSP (Highly Sensitive Person) - Begriffe, über die man mittlerweile immer öfter stolpert und ein Thema, das immer mehr ins Bewusstsein vieler Menschen zu treten scheint. Wie das so oft mit solchen Phänomenen ist, hat auch dieses das Potential zu polarisieren oder als weitere "Schublade" abgestempelt zu werden. Ich möchte euch heute jedoch meine Geschichte erzählen und erklären, warum es für mich nicht einfach eine weitere "Schublade" ist. Dabei möchte ich in diesem Beitrag ganz bewusst meine persönliche Sicht der Dinge teilen und jene Erkenntnisse, die mich bereichert haben. Künftig wird es auch Artikel geben, die entsprechend mit Literatur untermauert sind und die wissenschaftliche Sicht der Dinge aufzeigen.

 

Aber zunächst möchte ich kurz darauf eingehen, was überhaupt unter dem Phänomen "Hochsensibilität" verstanden wird. Es handelt sich dabei um eine Veranlagung, die etwa 15-20 % der Menschen betrifft. Das Nervensystem ist bei diesen Menschen empfindlicher ausgeprägt und nimmt Reize unterschiedlichster Natur intensiver wahr. Das reicht von sinnlichen Reizen, wie Geräuschen, Berührungen etc. bis hin zu Emotionen.

 

...und diese Tatsache wirkt sich in verschiedenen Lebensbereichen dementsprechend aus, Hochsensibilität bringt eine Menge Herausforderungen, aber bei entsprechenden Kompensationsstrategien auch eine Fülle an Möglichkeiten mit sich.

 

 

 

Vor etwa zwei Jahren stieß ich das erste Mal über dieses Thema, fand es recht interessant, beschäftigte mich aber zunächst nicht weiter damit. Ein halbes Jahr später fand wieder ein Artikel den Weg zu mir, der mich zu dem damaligen Zeitpunkt sehr berührte und ich beschloss, mir ein Buch (Zart Besaitet, Georg Parlow 2003) zuzulegen und mich doch intensiver einzulesen.

 

Dieses Buch öffnete mir die Augen auf vielfältigste Weise - ich hatte das Gefühl, als hätte der Autor ein Buch über meine "Macken" verfasst, die ich bis dahin einfach meiner Person zugeschrieben hatte. Ein Film über mein bisheriges Leben lief vor meinem geistigen Auge ab - Situationen, die mich heraus- oder das ein oder andere Mal auch überforderten. Situationen, in denen ich vor allem meinen persönlichen Ansprüchen an mich selbst, nicht genügen konnte. Mich immer wieder mit anderen zu vergleichen und nicht Stand halten zu können... und jedes Mal konnte ich es nicht verstehen... konnte nicht verstehen, warum es mir in so vielen Situationen zu viel wurde, warum ich mich nicht einordnen konnte und wollte und warum ich "anders" zu ticken schien.

 

Vor allem bei Feiern und Anlässen mit großen Menschenansammlungen und lauten Umgebungsgeräuschen musste ich immer wieder feststellen, dass ich nicht mit meinen Freunden "mithalten" konnte und mich einfach früher dem Ganzen entziehen wollte. Wenn ich dieses Bedürfnis ignorierte, wurde ich gereizt, müde und unentspannt. Schon früh in meiner Jugend hatte ich das Gefühl ein Schild mit "Langweilerin" und "Spielverderberin" umgehängt zu haben.

 

Darüber hinaus konnte ich Situationen, die mir ungerecht vorkamen, nur schwer aushalten bzw. hatte immer das starke Bedürfnis, eingreifen zu müssen. Es war fast so, als würde der Schmerz anderer zu meinem eigenen werden.

 

Weiters scheinen hochsensible Menschen über ein komplexeres Gedankenkonstrukt zu verfügen, was z.B. hervorragend ist, wenn es darum geht Probleme zu lösen, aber frustrierend sein kann, wenn man immer wieder feststellen muss, dass einem andere in den eigenen Gedankensprüngen nicht folgen können. Das führte auch bei mir dazu, mich immer wieder unverstanden zu fühlen und zu Frust, wenn all die Fragen, die ich hatte, nicht meinen Erwartungen entsprechend beantwortet werden konnten.

 

Nichtsdestotrotz lernte ich früh, mich so gut wie möglich an mein Umfeld anzupassen und möglichst wenig aufzufallen - denn nichts erschien mir schlimmer, als als überempfindlich oder gar zickig abgestempelt zu werden. Die Schattenseite dieser Anpassung war jedoch, dass ich sehr viele Emotionen in mich "hineinfraß" und nicht nach außen hin ausdrückte.

 

Mit meinem 18. Lebensjahr begannen dann meine chronische Schmerzen - vor allem im Rückenbereich und später kamen auch Verdauungsbeschwerden hinzu. Ärzte hatten nicht viel dazu zu sagen, ich probierte einiges aus, aber nichts führte wirklich nachhaltig zu einer Besserung. Bis ich eines Tages begann, mich mit meinen unterdrückten Emotionen auseinanderzusetzen - und fast schlagartig verschwanden meine Beschwerden. Versteht mich nicht falsch - ich denke, dass dieses Problem sehr viele Menschen betrifft und nicht auf Hochsensibilität zurückzuführen ist, in meinem Fall empfand ich die Zusammenhänge aber doch als sehr relevant. Ein empfindlicheres Nervensystem geht schließlich auch mit einer höheren Schmerzempfindlichkeit einher, was dazu führen kann, dass hochsensible Menschen schon Schmerzen spüren, wo die Medizin noch lange nichts feststellen kann. So gesehen also auch ein höchstpraktisches "Frühwarnsystem", das bei entsprechendem Bewusstsein darüber, auch prima genutzt werden kann, um mit dem eigenen Körper zu kommunizieren und Bedürfnisse zu erkennen.

 

Je mehr ich in das Thema eintauchte, desto besser konnte ich meine vergangenen Erfahrungen verstehen und verarbeiten - ich lernte, mich besser anzunehmen und konnte sogar die Qualitäten in dieser Veranlagung erkennen und wertschätzen.

 

Die erste Zeit nach diesem Erkenntnisprozess, versuchte ich besonders auf mich zu schauen und auf meinen Körper zu hören - ganz nach dem Motto "Jetzt erst recht, wenn du's dein ganzes Leben lang verabsäumt hast, auf dich zu schauen..." Ich beobachtete mich und mein Umfeld ganz bewusst und versuchte herauszufinden, wie ich mir mein Umfeld gestalten kann und welche Strategien ich anwenden kann, um "gut" durch den Tag zu kommen, ohne mich am Ende komplett "überflutet" und ausgebrannt zu fühlen. Zum Beispiel regelmäßige Pausen und auch ein "Abschotten" von äußeren Einflüssen, um hier nur zwei Möglichkeiten zu nennen.

 

Ein Geheimrezept gibt es nicht, denn jede Situation ist neu und es ist jeden Tag wieder eine Gratwanderung, die Balance zwischen gesunder Forderung, Über- und Unterforderung zu finden. Aber man kann lernen, besser auf sich und auf die Zeichen des Körpers zu hören, um sich nach und nach eine "Vielfühler-freundliche" Umgebung zu schaffen.

 

Seit einiger Zeit arbeite ich nun schon mit Kindern, wobei mir eindeutig das Herz aufgeht, ich aber erkannt habe, dass ich vor allem hier darauf achten muss, mir angemessene Rahmenbedingungen zu schaffen, um mich meiner Arbeit ganz hingeben zu können und den Kindern meine volle Aufmerksamkeit schenken zu können.

 

Das führt mich nun zum nächsten Punkt und meinem Herzensanliegen - ich möchte vor allem hochsensiblen Kindern einen Raum und Begleitung bieten, in denen sie in ihren Bedürfnissen gesehen werden, sich frei ausdrücken und entdecken können und so auch in weiterer Folge Entspannung und Leichtigkeit in die Familien bringen.

 

...mehr dazu gibt es in meinem nächsten Beitrag!

 

Ich danke euch von Herzen fürs aufmerksame Lesen <3

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